Betty Kieß

Chief Communications Officer bei C&A
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Was bedeutet moderne Führung für Dich, Betty, und welche Eigenschaften sollte man dafür mitbringen?

Moderne Führung bedeutet für mich, vertrauen zu können. Ich führe gerne über Vertrauen, was nicht bedeutet, dass ich einfach mal blind denke, es geht schon alles gut, sondern das hat für mich drei Komponenten. Zum einen Kompetenz, also ich muss vertrauen, dass jemand kompetent ist, verlässlich und ich brauche auch ab und zu die Nähe, dieses Persönliche, was man nicht über den Screen herstellt. Dann habe ich Vertrauen und dann möchte ich vertrauen können.  Dann kann ich auch loslassen. Ich glaube, das ist eine Eigenschaft,die möglicherweise noch nicht jede Führungskraft so inhärent hat.

Was war Deine bisher größte Herausforderung als Führungskraft und wie hast Du sie gemeistert?“

Das war noch zu E.ON-Zeiten, als ich von der Kollegin zur Vorgesetzten wurde. Das war für mich persönlich eine Herausforderung, weil ich nicht den Anschluss an das Team verlieren wollte. Gleichzeitig war mir bewusst: Ich nehme jetzt eine andere Rolle ein und muss die auch einnehmen. Ich habe das über einen sehr kollegialen Führungsstil gelöst, den ich ohnehin habe, aber vor allen Dingen dadurch, dass ich uns gemeinsame Ziele gesetzt habe. Da kommt das Thema Führung wieder rein, um zu zeigen, das ist das, woran wir gemeinsam arbeiten, aber ich gebe eine Richtung vor, vielleicht noch anders als vorher, wo ich – wie alle anderen – die Richtung nur empfangen habe

Unsere gemeinsame Mission ist es, moderne Führung flächendeckend in Unternehmen zu verankern. Wo stehen wir Deiner Ansicht nach und welche Hürden siehst Du auf dem Weg dahin?

Ich glaube – und das geht wieder zu dem, was ich eingangs sagte – dass das Thema Vertrauen, verbunden mit diesen drei Komponenten – Kompetenz, Verlässlichkeit, Nähe – bei vielen noch überdeckt wird, in dem sie sich selbst zu wichtig nehmen. Solange Führung für viele noch bedeutet superior zu sein, nicht für diejenigen zu stehen, für die man sorgt, sondern sich um sich selbst zu drehen, solange werden wir noch Themen haben. Nach wie vor herrscht in Unternehmen meiner Meinung nach zu viel Politik. Wo stehen wir? Vielleicht bei 50 bis 60 Prozent. Ich glaube, dass so bald Führungskräfte die Silos ablegen und gemeinsam für ein größeres Ganzes arbeiten, dann haben wir viel erreicht. Aber da sind wir noch nicht.