Susan Hölling

Co-CEO und Head of Healthcare DACH bei BCW Germany
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„Führungskräfte brauchen Empathie und Neugierde, aber kein großes Ego.“

Susan Hölling ist Co-CEO und Head of Healthcare DACH bei BCW Germany (Burson Cohn & Wolfe). Sie begann ihre Karriere bei BCW als Trainee und leitet seit 2015 die Health Solution der DACH-Region. Heute führt sie als Doppelspitze mit Björn-Christian Hasse das Deutschlandgeschäft der global tätigen Kommunikationsagentur. Im Gespräch mit Thomas Lüdeke, PRCC-Geschäftsführer, spricht sie über Herzensangelegenheiten, genutzte Chancen und geschlossene Kompromisse, und sie verrät, welchen Fehler sie nicht wiederholen würde.

Susan, Du verantwortest als Co-CEO das Deutschlandgeschäft von BCW Germany und bist Head of Healthcare DACH. Was sind Deine Ziele, Deine Aufgaben, was tust Du so den ganzen Tag?

Mein persönliches Ziel ist jeden Tag etwas zu machen, was ich sinnvoll finde. Mein berufliches Ziel orientiert sich daran: Ich möchte mit Kommunikation Menschen bewegen. In meiner Doppelrolle ist mein Aufgabenspektrum vielseitig. Auf der einen Seite zusammen mit Björn die Geschicke der Agentur leiten, Strategie, Wachstum, unser Agenturprofil im Blick behalten. Als Head of Healthcare ist meine Arbeit auf der anderen Seite näher an der Beratung der Kund:innenteams orientiert. Mein Tag besteht tatsächlich aus relativ vielen, verschiedenen Aufgaben. Dadurch bleibt mein Job sehr abwechslungsreich und spannend.

Dein Track Record kann sich sehen lassen. Du warst Dein ganzes Berufsleben bei BCW und hast da eine beindruckende Entwicklung hingelegt. Welche Rolle haben Glück und Zufall in Deinem Berufsleben gespielt?

Ich denke, Glück und das richtige Timing spielen immer eine Rolle, wie sich Dinge entwickeln. Und ich bin in einer privilegierten Situation aufgewachsen: in die deutsche Mittelschicht hineingeboren, mit Zugang zu Bildung. Das sind gute Voraussetzungen für einen gelungenen Start ins Berufsleben. Letztlich habe ich die Chancen, die sich mir geboten haben, häufig gut genutzt und natürlich habe ich auch zielstrebig für meinen Erfolg gearbeitet. Ohne geht es nicht. Durch die Türen, die sich mir geöffnet haben, bin ich dann gegangen.

Sind Berater tendenziell die besseren Führungskräfte?

Das würde ich nicht unbedingt sagen. Es gibt einfach bestimmte Menschen, die als Führungskraft geeignet sind oder ein Talent dafür haben. Das muss nicht zwingend der/die Berater:in sein. Grundsätzlich glaube ich, dass Menschen, die in Dienstleistungsunternehmen gearbeitet haben, gute Voraussetzungen für die Rolle einer Führungskraft mitbringen, weil sie in ihrer Arbeit mit unterschiedlichen Charakteren in Kontakt kommen und verschiedene Perspektiven einnehmen müssen.

Was bedeutet Karriere für Dich? Höher, schneller, weiter?

Für mich definiert sich Karriere nicht darüber, wie hoch es geht oder wie schnell. Zwar mag ich Herausforderungen und persönlich definierte Ziele sehr, Wachstum und Weiterentwicklung sind mir wichtig. Was interessiert mich? Was möchte ich noch machen? Das sind aber für mich die Leitfragen. Und mir liegt persönlich sehr am Herzen, Menschen dabei zu unterstützen, sich beruflich weiterzuentwickeln. Wenn ich das tun kann, muss ich nicht den nächsten klassischen Schritt nach oben machen.

Muss man für beruflichen Erfolg Opfer bringen? Welche?

Kompromisse trifft es wohl eher. Ich habe mit meinem Umfeld viel über meinen beruflichen Erfolg und persönliche Ziele gesprochen. Was ist möglich? Wo sind Grenzen? Das sind für mich aber keine Opfer, sondern es ist die Umsetzung, die in meinen Gegebenheiten machbar und sinnvoll ist.

Aus welchem Misserfolg hast Du am meisten gelernt – und was?

Ich habe mal als Juniorin wochenlang an einer Jahrespräsentation für eine Kundin gearbeitet. In der Nacht zuvor habe ich der Präsentation noch den letzten Schliff verliehen. Die Kundin hat dann meinen Entwurf am nächsten Tag komplett auseinandergepflückt. Das war natürlich sehr enttäuschend für mich. Seitdem weiß ich, wie wichtig und sinnvoll Re-Briefings sind.

Diesen Rat gebe ich nun den Berater:innen in meinen Teams weiter – traue dich, noch mal zu fragen, nimm ein Kund:innenbriefing nie einfach nur so hin, vertraue auf dein Wissen und auch deine Intuition, wenn du an Lösungen und Konzepten arbeitest. Mein Learning für alle also: Es ist immer gut, in den persönlichen Austausch zu gehen. Reden hilft. Dann kann auch etwas richtig Gutes entstehen.

Wo liegt für die Kommunikation in den nächsten drei Jahren die größte Herausforderung? Ist es der Umgang mit Corona oder etwas anderes?

Ich glaube schon, dass Corona eine riesige Herausforderung für uns alle ist. Es geht schon allein damit los, dass wir uns Gedanken machen, was die aktuellen Gegebenheiten für unsere Arbeitswelt bedeuten. Auch schon vor Corona haben wir uns gefragt, wie wir morgen noch arbeiten können und wollen. Diese Fragestellung hört man jetzt verstärkt. Genauso ist es mit dem Thema der Digitalisierung. Ich glaube, die größte Herausforderung für die Kommunikation wird sein, in den nächsten Jahren weiterhin durch verschiedenste Herausforderungen zu navigieren und gleichzeitig Orientierung zu bieten.

Wie willst Du als Führungskraft diese Herausforderung meistern?

Das würde ich so machen, wie ich das immer bei Herausforderungen mache. Einmal tief durchatmen, erst überlegen und dann handeln, im Nachgang überprüfen und … weitermachen. Ich glaube, Herausforderungen meistert man vor allem dadurch, dass man klar, zielstrebig und mit einer Vision vorangeht.

In Zeiten von Agilität und New Work: Braucht es heutzutage überhaupt noch Führungskräfte? Und was müssen die können?

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Bitte ergänzen: Wenn ich Widerstände erlebe, bin ich…

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Worauf suchst Du immer noch eine Antwort?

Warum gibt es immer noch so viele Männer, die Angst vor der Kompetenz von Frauen haben und sie deshalb schlecht machen?

Und: Warum werden Frauen mit Kindern in unserer Arbeitswelt immer noch benachteiligt?

Das leuchtet mir nicht ein und deshalb suche ich auf beide Fragen noch Antworten.

Warum machst Du bei der Modern-Leaders-Initiative mit?

Ich glaube es ist Zeit für einen Wechsel – und zwar hin zu moderner Führung. Es muss deutlicher werden, dass wir in einer anderen Zeit leben. Die Herausforderungen unserer Kund:innen ändern sich, genauso die Anforderungen und Bedürfnisse unserer Mitarbeitenden. Das braucht ein anderes Mindset und ein anderes Verständnis von Führung. Das kann man durch so eine Initiative sichtbar machen und es gemeinsam vorantreiben. Austausch ist dabei sehr wichtig. Ich finde dieses Ziel und die Vision spannend und deswegen bin ich bei der Initiative dabei.