Arbeitsmarkt & Recruiting

PRCC-Studie zum Wechsel von Top-KommunikatorInnen: Viel Bewegung im DAX, Kontinuität bei Familienunternehmen

Veröffentlicht am 02.03.26

Wie viele Nr.1-Kommunikations-Positionen wurden im Jahr 2025 neu besetzt? Darüber gibt die „Turnover Studie“ der PRCC Personalberatung Aufschluss – erstmals über den DAX 40 hinaus, nun auch für den MDAX, die größten deutschen Familienunternehmen sowie Österreich und die Schweiz.

Zehn Wechsel im DAX 40, mehrheitlich interne Nachbesetzungen

2025 gab es im höchsten deutschen Index deutlich mehr Vakanzen als 2024. Zehn Top-Kommunikationsjobs wurden neu besetzt – das ist deutlich mehr als im Vorjahr, als nur vier Nr.1-Stellen vakant wurden. Wechsel gab es an der Spitze bei adidas, Beiersdorf, Commerzbank, Continental, Fresenius, Mercedes-Benz, Munich RE, RWE, Siemens und Symrise. Außerdem bemerkenswert:

  • Mehr interne Nachbesetzungen: Während 2024 noch alle vier Vakanzen mit externen Kandidaten besetzt wurden, sind im vergangenen Jahr sechs von zehn Nachbesetzungen intern erfolgt.
  • Mehr Frauen in neuen Rollen: 4 von 10 Rollen wurden im vergangenen Jahr mit weiblichen Kommunikationsverantwortlichen neu besetzt – im Jahr 2024 waren alle neuen Stelleinhaber männlich.
  • Weiterhin keine gender equality: Der Frauenanteil ist mit rund einem Drittel gegenüber dem Vorjahr konstant geblieben – das liegt maßgeblich daran, dass im Jahr 2025 Frauen mehrheitlich auf Frauen gefolgt sind.

MDAX und Familienunternehmen: Weniger Bewegung und längere Verweildauer

Im MDAX und in den größten deutschen Familienunternehmen gab es mit vereinzelten Wechseln insgesamt deutlich weniger Bewegung bei den Kommunikationsleitungspositionen als in den DAX 40-Unternehmen.

Im MDAX hat jede(r) fünfte Kommunikationsverantwortliche die Leitungsrolle bereits mehr als 10 Jahre inne, dies ist in DAX-Unternehmen eher die Ausnahme. In den größten familiengeführten Unternehmen sind die meisten Menschen zwischen 2020 und 2024 in ihrer Rolle gestartet.

Was das Verhältnis von Männern und Frauen angeht, unterscheidet sich der MDAX nicht merklich vom DAX – zwei Drittel der Kommunikationsleitungen sind hier Männer. In den Familienunternehmen sehen wir noch keine gender equality, aber zumindest auf einen höheren Frauenanteil von 40 Prozent.

Österreich und Schweiz: Mehrheitlich Frauen, wenige Wechsel

Während im DAX40 und im MDAX nur ein jede dritte Kommunikationsabteilung von einer Frau geführt wird, ist der Frauenanteil in den höchsten Indizes der deutschsprachigen Nachbarländer merklich höher – 55 Prozent in Österreich und 60 Prozent in der Schweiz.

In den im Österreichischen ATX und dem Schweizer SMI gelisteten Unternehmen gab es vergleichsweise wenige Wechsel bei der Kommunikationsleitung – in einem von 20 Unternehmen in Österreich und vier von 20 in der Schweiz.

Einschätzung von PRCC: Was braucht man für einen Top-Job?

PRCC-Geschäftsführer Philip Müller ordnet die Studienergebnisse ein: „Es gibt einige Aspekte, die die reinen Zahlen nicht zeigen: Wer eine führende Kommunikationsrolle in einem großen Unternehmen übernehmen möchte, sollte die Sprache des Business sprechen – das legen Personalentscheidungen für Kandidaten und Kandidatinnen nahe, die aus dem operativen Geschäft, dem Strategie- oder Finanzbereich kommen. Das C-Level erwartet dabei nicht unbedingt Vorerfahrung als Nr.1-KommunikatorIn – viele neue StelleninhaberInnen kommen aus der zweiten Reihe; einige aus anderen Branchen, manche aus Beratungskontexten. In Zeiten, in denen Führungsetagen aus allen Richtungen unter ständigem Druck stehen, brauchen sie CCOs, die über ihren eigenen Tellerrand hinausblicken und als wirksames Bindeglied zwischen C-Level und den zentralen internen und externen Stakeholdern fungieren. Dazu gehört auch der konsequente und empathische Umbau des eigenen Bereichs.“

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