Outplacement: Wirksames Mittel in der Rezession

Die deutsche Wirtschaft ist verunsichert. Zahlen des ifo Beschäftigungsbarometers sowie der Agentur für Arbeit zeigen: Vor dem Hintergrund der drohenden Rezession blicken Unternehmen sorgenvoll auf die nächsten Monate. Die anhaltenden weltweiten Krisen und insbesondere die Unsicherheit in Sachen Energieversorgung führen dazu, dass Unternehmen sparen, wo es geht. Und das geht nicht nur mit sinkenden Einstellungszahlen einher, sondern auch damit, dass viele Unternehmen personelle Umstrukturierungen in Betracht ziehen (müssen).

Kündigungen auf mittlerer und oberer Führungsebene

Gerade in großen Unternehmen mit einer zahlenmäßig gut besetzten mittleren und oberen Führungsebene stellt sich zunehmend die Frage, ob der in Zeiten des Aufschwungs aufgebaute große Führungsapparat wirklich zielführend und für den Unternehmenserfolg notwendig ist, oder ob man z.B. durch die Zusammenlegung von Abteilungen oder andere Teamstrukturen Einsparpotenziale nutzen kann. Statt mehrere operativ agierende Mitarbeiter auf den unteren Levels zu entlassen, entscheiden sich laut WirtschaftsWoche daher immer mehr Firmen für die Trennung von deutlich höher bezahlten Führungskräften. Da eine normale Kündigung in diesen Fällen aber oft arbeitsrechtlich schwierig ist, gehen viele den Weg über eine Aufhebung. Und nicht selten geht ein solches Gesamtpaket mit dem Angebot einer Outplacement-Beratung einher, die dem/der gekündigten Mitarbeiter:in den Wechsel in einen neuen Job erleichtern soll.

Für wen eignet sich ein Outplacement?

Meist ist eine Outplacement-Beratung eine gute Lösung für erfahrene Führungskräfte, die zwar viel Berufserfahrung mitbringen, aber oft auch wenig Bewerbungserfahrung. Gerade jenen, die lange im gleichen Unternehmen waren und sich möglicherweise auch intern hochgearbeitet haben, wird oft nachgesagt, sie seien nicht mehr offen genug für Neues, zu eingefahren in ihren Prozessen, Abläufen und Meinungen. Der Blick von außen auf die vorhandenen Kompetenzen und mögliche Schwächen hilft dabei, sich selbst besser einzuschätzen und sich auf die richtigen Stellen zu bewerben. Tatsächlich nehmen aber auch immer mehr jüngere Arbeitnehmer eine Outplacement-Beratung in Anspruch, um ihre eigenen Stärken und Schwächen zu identifizieren und ihre Karriereziele zu definieren.

Was beinhaltet ein gutes Outplacement?

Ein gut strukturiertes Outplacement besteht aus mehreren Säulen. Zum Start sollte man sich Zeit nehmen, zu reflektieren und sich zu orientieren – im Markt ebenso wie hinsichtlich der eigenen Ziele. Anschließend steht die Positionierung im Vordergrund, z.B. durch einen Abgleich von Selbstbild und Fremdbild sowie die Überarbeitung der Unterlagen. Im nächsten Schritt arbeiten Kandidat:in und Berater:in an der Optimierung der Skills, dazu gehören Interviewtrainings ebenso wie die Frage nach zielführenden Weiterqualifizierungen. Damit sollte der/die Kandidat:in bereit sein für die Entwicklung einer persönlichen Bewerbungsstrategie, Interviews und einer sinnvollen Vernetzung. Klappt es dann mit dem beruflichen Neuanfang, unterstützt ein/e guter Berater:in auch in den ersten Wochen im neuen Job als Sparringspartner.

Wer ist die richtige Outplacement-Beratung?

Wichtig sind vor allem zwei Faktoren: Erstens, dass die Beratung die Zielbranche(n) kennt und gut vernetzt ist. Denn nur wer die Anforderungen an die Positionen kennt und im Austausch mit relevanten Stakeholdern ist, kann sicher einschätzen, welche Kompetenzen hervorgehoben und welche ergänzt werden sollten. Gute Kontakte führen weiterhin dazu, dass die Beratung möglicherweise auf kurzen Wegen von offenen Positionen erfährt. Zweitens ist unverzichtbar, dass die Chemie stimmt. Nur wenn man das Gefühl hat, sich gemeinsam mit der Beratung ehrlich und ungeschönt der negativen Erfahrung der Kündigung und den nicht immer angenehmen Fragen nach den Gründen stellen zu können, kann man erarbeiten, was einen wirklich weiterbringt. Ehrlichkeit, Empathie und Authentizität sind Kerneigenschaften, über die eine Outplacement-Beratung verfügen sollte. Wenn all das gegeben ist, ist ein Outplacement eine wichtige und wertvolle Chance, die gerade in unsicheren Zeiten hilft, den nächsten beruflichen Schritt bewusst und zukunftsorientiert zu gehen.

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