Ein aktueller Report zeigt: Viele Unternehmen behandeln Kündigungen nach wie vor wie einen reinen Verwaltungsakt – mit Folgen für Betroffene und Arbeitgebermarke.
Knapp jeder achte Beschäftigte in Deutschland wurde in den vergangenen fünf Jahren entlassen – das gilt auch innerhalb des Bereichs Medien, Presse und Marketing, der damit im Bundesdurchschnitt liegt. Das zeigt der Kündigungsreport 2026, für den das Unternehmen HR Works mehr als 6000 Menschen zwischen 18 und 69 Jahren befragt hat.
Der Report untersucht, wie Unternehmen Trennungen kommunizieren und welche Wirkung sie bei den Betroffenen auslösen. Das Ergebnis zeigt: Qualitativ gutes Trennungsmanagement bleibt in der deutschen Unternehmenspraxis weiter ausbaufähig. Bei 40 Prozent der Befragten war das Kündigungsgespräch nach weniger als fünf Minuten beendet. Nicht einmal die Hälfte fühlte sich dabei respektvoll behandelt.
Emotionale Nachwirkungen werden oft unterschätzt
Wem schriftlich gekündigt wird, leidet mehr als doppelt so häufig unter emotionalen Nachwirkungen als nach einem persönlichen Gespräch (27 Prozent gegenüber elf Prozent). Gespräche unter zehn Minuten ohne Raum für Fragen empfinden die meisten Betroffenen ebenfalls als respektlos.
Einfache Maßnahmen, belastbare Wirkung
Schon einfache Maßnahmen verbessern, wie Betroffene eine Trennung erleben:
1 Persönliche Gespräche führen: Schriftliche Kündigungen gehen mit wesentlich höheren Belastungen einher.
2 Zeit einplanen und Dialog ermöglichen: Raum für Nachfragen signalisiert Respekt – kurze Monologe tun das Gegenteil.
3 Abfindung anbieten: 65 Prozent der Entlassenen mit Abfindungsangebot fühlen sich respektvoll behandelt – ohne Angebot sind es nur 38 Prozent.
4 Unterstützung anbieten – etwa durch Outplacement: Konkrete Hilfsangebote verkürzen nachweislich die Dauer emotionaler Belastung nach der Entlassung.
Trennungsqualität wirkt auf die Arbeitgebermarke
Die Art der Trennung wirkt über den Moment hinaus. Wut, Frust oder Ohnmacht landen in Bewertungsportalen und sozialen Netzwerken und schaden der Arbeitgebermarke. Und in Zeiten des Fachkräftemangels wirkt sich ein schlechter Ruf als Arbeitgeber nachweislich auf das Bewerbervolumen aus.
Fazit: Wer scheidende Mitarbeitende respektvoll behandelt, handelt nicht nur menschlich, sondern schützt auch langfristig die eigene Arbeitgebermarke.
Quelle: Kündigungsreport 2026, HR Works (n = 6.086, Befragungszeitraum April 2026)
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